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Mythos: Café Winkelstüberl
Fischbachau:
Wer kennt es nicht, das weit über die Landkreisgrenzen hinaus bis nach Norddeutschland bekannte Café und Restaurant Winklstüberl im Leitzachtal kurz vor Fischbachau, das genau an Weihnachten vor 58 Jahren eröffnet wurde.
Josef Mairhofer funktionierte damals den ehemaligen Bauernhof um.
Es entstand ein wegen seiner ausgezeichneten Torten und der Sammlung von fast 600 alter Kaffeemühlen, das kurz daruf berühmt gewordenen Ausflugsziel Café Winklstüberl.
Am Anfang galt es noch als Geheimtipp, doch bald sprach es sich besonders bei den Gästen aus der Gegend um München, die auch ihre Kinder mitnahmen und die inzwischen heute zu den Stammgästen zählen, herum. Viele geschmackvoll dekorieret und mit Holz eingerichtete Zimmer auf zwei Etagen laden hier die Besucher zum Genießen und Verweilen ein.
Zusätzlich können überall Handmühlen bestaunt werden. Die älteste aus dem 18. Jahrhundert stammende kommt aus Holland und ist mit Messingblech überzogen.
Das Besondere am Café, stellt Thekla Mairhofer, die jetzige Besitzerin, fest, „sind die immer gleichen Rezepte, die stets frische Ware und die Qualität der außergewöhnlich großen Torten und Kuchen“. Bei der riesigen Auswahl vom Apfelkuchen bis zum Zwetschgendatschi sind die „Bayerisch Creme Torte“ und die „Mailänder Schnitte“ Spezialitäten des Hauses.
Das bekannte Café kennt keinen Ruhetag und zählt insgesamt rund 30 Mitarbeiter. Die allein erziehende Mutter mit zwei Berufen – „nebenbei“ ist sie viel gefragte Darstellerin in bayerischen Fernsehrollen (seit 1975 in „Irgendwie und sowieso“, „Cafe Meineid“ und aktuell „Der Kaiser von Schexing“) - glaubt, dass viele Stammgäste auch wegen der schönen Umgebung inmitten saftiger Wiesen und Berge hierher kommen.
Neben vielen Schauspielerkollegen wie Kathi Leitner, Wolfgang Fierek, Hans Schuler oder Werner Rom, die öfter zu Gast sind, kehrten auch schon die Politiker Franz-Josef Strauß, Kurt Biedenkopf und Richard von Weizsäcker sowie die Sänger Cliff Richard und Heino oder der Tennisprofi Thommy Haas in das legendäre Café unterhalb des Breitensteins ein.
Nach einem „großen Schicksalsschlag im Sommer 1995“, wie sie sagt, als kurz hintereinander Mutter und Bruder „viel zu früh“ starben respektive von einer Lawine in der Wildspitz in Österreich tödlich verletzt wurden, und der Vater, der „Tortenkönig“ genannt, im April 2003 begraben wurde, führte die 51-Jährige das Winklstüberl allein weiter.
Eigentlich ist sie Schauspielerin und die Eltern hofften lange Zeit, dass sie „bald mit diesem Schmarren aufhören würde. Nach der Schulzeit ging Thekla Mayhoff, wie sie mit ihrem Künstlernamen heißt, in München auf die Schauspielschule und verdiente sich dafür Geld als Bedienung im elterlichen Betrieb.
Café Winklstüberl, Leitzachtalstr.68, 83730 Fischbachau, Telefon: 08028 742, täglich von 8 bis 21 Uhr geöffnet, kein Ruhetag - Informationen unter www.winklstueberl.de .
Text: Günther Ehrhardt |
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