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Über den Alpen - Segelflugplatz Geitau



Bayrischzell. Der Segelflugplatz in Geitau, Gemeinde Bayrischzell, gehört zu den schönsten Ausflugszielen. Die grüne Wiese, auf der die lautlosen Gleiter in die Luft abheben, ist umgeben von den Gipfeln des Wendelsteins, des Miesings, der Aiplspitz und hat etwas von Postkartenromantik. Genau so stellt man sich das Alpenland vor. Von dieser idyllischen Wiese starten die Segelflieger in ihren leichten Maschinen u.a. große Streckenflüge über den Alpenhauptkamm in die Schweiz, nach Österreich oder Slowenien. Insgesamt 75.000 Kilometer wurden im vergangenen Jahr von Geitau aus geflogen. Die Adler sind dabei Freunde der Segelflieger: Die Könige der Lüfte zeigen gute Thermik an.

 

 

 

 

Der Luftsportclub Schliersee

In Geitau ist das Übungsgelände des Luftsportclubs Schliersee, der 1951 vor allem von Schlierseern gegründet wurde. Der Segelflugplatz in Geitau entstand 1964. Heute gehören zum Club 40 Mitglieder aus dem weiteren Umkreis, davon 25 Aktive und von diesen wiederum trainieren acht äußerst erfolgreich im Hochleistungsbereich.

 

Deutsche Segelflugmeister

Im vergangenen Jahr wurde Martin Dinges aus Starnberg in seiner Klasse Deutscher Meister, den Titel Deutscher Vizemeister ebenfalls in ihrer Klasse holten Hans Fitterer aus Bad Wiessee und Andreas Bucher aus Bayrischzell. Andreas Bucher, erster Vorstand des Clubs, ist seit 40 Jahren aktiver Segelflieger und ehemaliger Bundeswehrpilot. Sein „Vizemeisterflug“ startete in Geitau. Es ging über den Alpenhauptkamm in einem so genannten Dreiecksflug (während des Flugs muss der Pilot mit allen Windrichtungen zurechtkommen) nach Slowenien in die Nähe des Seebergsattels, der 20 km östlich des Loibelpasses liegt. Die Querung der Dolomiten, das Engardin, der San Bernhardino Pass, die Ötztaler Alpen gehörten zur Route. Über 900 Kilometer legte er am Stück in zehn Stunden zurück. 

 

"Training" für Segelflieger

Das „Training“ zum Erfolg besteht vor allem in einem intensiven Wetterstudium. Spezielle Informationen vom Deutschen Wetterdienst, der Uni Basel und viele andere Wetterdaten bilden hier die Grundlage. Ebenso wichtig sind detaillierte geografische Kenntnisse, am besten auswendig, obgleich die Segelfugzeuge mit Hightech wie GPS und modernsten Sicherheitssystemen ausgestattet sind. Bei allem Hightech-Equipment und großer Sorgfalt, was Sicherheit und die Wahrnehmung von Wetterbedingungen betrifft, hat Segelfliegen seine romantischen Seiten, so lässt sich aus den Schilderungen von Andreas Bucher schließen, wenn er zum Beispiel den Blick auf die Gipfel des Alpenhauptkammes und in die Täler beschreibt. Bergsteiger, Wanderer, Skifahrer, Adler, das alles kann man aus der Luft beobachten.

 

Segelfliegen lernen

Es lädt zum Fliegen ein und das können interessierte Männer und Frauen (bereits ab 14 Jahren) im Luftsportclub erlernen. Vier ausgebildete Fluglehrer stehen zur Verfügung, ebenso besitzt der Verein fünf Segelflugzeuge, zusätzlich befinden sich sieben Segelflugzeuge in Privatbesitz. Reichlich Flugstunden und damit Flugerfahrung kann man hier sammeln, und das zu günstigen Konditionen. Für Mitglieder sind die Fluglehrerstunden kostenlos. Die Ausbildung dauert ca. anderthalb Jahre.

 

Probefliegen für Kurzentschlossene

Gern laden die Segelflieger Kurzentschlossene zu einem Rundflug ein. Allerdings ist das aufgrund der Abhängigkeit von Thermik und vielen anderen Wetterbedingungen eine spontane Angelegenheit. Termine können leider nicht vereinbart werden und wenn das Wetter passt, sind oft die Kapazitäten schnell erschöpft. Also Geduld haben. Es lohnt sich.

Informationen bei Andreas Bucher Telefon: 08023- 1438 oder unter www.lsc-schliersee.de

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