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Observatorium am Wendelstein
Bayrischzell. Wenn Heinz Barwig Besucher auf dem Wendelstein empfängt, dann bringt er sie zu einem kleinen Aufzug. Dieser fährt im Gipfel des gewaltigen Bergmassivs direkt zum Observatorium vom Institut für Astronomie und Astrophysik der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).
Abenteuerliche Fahrt Die Fahrt ist ein kleines Abenteuer, das Kalkgestein des 1.838 Meter hohen Bergs rauscht am Eisengitter des Aufzugs vorbei. Und Heinz Barwig erzählt vom schwierigen Bau des Aufzugs im Jahr 1962 oder von den großen Höhlen im Gipfel. Der Astrophysiker ist Leiter des Observatoriums und geht in diesem Jahr in den Ruhestand.
Neues Teleskop Davon ist ihm aber bei der Ankunft am Gipfel nichts anzumerken. Er berichtet von der Himmelsbeobachtung am Wendelstein und hält dann eine Neuigkeit bereit. „Das Observatorium wird in den kommenden Jahren ein größeres Teleskop mit einem Spiegel von knapp zwei Metern bekommen“, freut sich Heinz Barwig. Der Spiegel des Teleskops, mit dem derzeit noch gearbeitet wird, hat einen Durchmesser von 80 Zentimetern.
Supernova und Sternentod Mit ihm werden Strukturen von Galaxien erforscht oder der Tod eines Sterns, eine Supernova, beobachtet. Der Verlauf des Sterntods lässt sich dokumentieren, aber nicht innerhalb eines Menschenlebens. Heinz Barwig hält ein Plakat bereit. Es zeigt einen Nebelschleier, der über einem Teil des Sternenhimmels liegt. „Diese Materie- oder Wasserstoffwolke breitet sich aus und ist das Ergebnis einer Supernova, die sich vor vielen tausend Jahren ereignet hat“, erklärt der Astrophysiker. Sie wurde im Jahr 1054 nach Christus bereits in China gesehen. Die Rede war von einem hell leuchtenden Stern am Tageshimmel. Eingetreten ist der Sterntod aber schon ein paar tausend Jahre zuvor. Die Supernova ist nur deshalb jetzt noch zu beobachten, da sie sich in unvorstellbar großer Entfernung und ihr Licht sehr lange braucht, bis es auf der Erde eintrifft.
Computer und Romantik Die Vorstellung vom Astronomen, der durch das Teleskop blickt und die ganze Nacht nur den Sternenhimmel beobachtet, hat längst ausgedient. Die Wissenschaftler am Wendelstein bekommen alle Daten des Teleskops auf Monitore übertragen und nehmen die Auswertung am Computer vor. Zwischen allen Aufgaben findet sich immer wieder Zeit für Romantik. Heinz Barwig lässt dann gerne den Blick über die umliegenden Berge schweifen oder genießt das prächtige Farbenspiel eines Sonnenuntergangs auf dem Gipfel des Wendelstein.
Führungen Kostenlose Führungen jeden ersten Donnerstag in den Monaten Juni bis Oktober; Führungen 13, 14, 15 und 16 Uhr, Treffpunkt: Eingangstor Sternwarte unterhalb der Aussichtsterrasse am Gipfel. Bei starken Regen oder Schneefall können keine Führungen stattfinden. Informieren Sie sich über Terminänderungen unter www.wendelstein-observatorium.de weitere Infos: www.wendelsteinbahn.de |
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