Die Miesbacher Wallfahrt

Miesbach
Die Miesbacher Wallfahrt
- ein altes Gelübde, das heute noch eingelöst wird
Seit etwa 1915 spielt sich am Pfingstmontag frühmorgens um 5 Uhr jedes Jahr das gleiche Szenario ab:
Eine Gruppe, aktuell sind es zwischen 150 und 200 Personen im Alter von 15 bis 70 Jahren, trifft sich vor der katholischen Pfarrkirche in Miesbach, um dann gemeinsam über Pasberg ins Leitzachtal nach Fischbachau zu gehen.
Sie tragen eine Fahne mit sich und ein Kreuz und sie beten den Rosenkranz. Ihr Ziel ist der Wallfahrtsort Birkenstein. Dort findet ein Gottesdienst im Freien mit dem Miesbacher Kaplan statt.
Es handelt sich um die Miesbacher Wallfahrt, eine Tradition, die auf ein Gelübde zurückgeht, das mit dem ersten Weltkrieg in Zusammenhang steht: „Familienangehörige gelobten nach Birkenstein zu pilgern und für ihre Männer und Söhne im Krieg zu beten“, erklärt Ferdinand Huber, der Pfarrgemeinderatsvorsitzende von Miesbach.
Nur ein Mal habe die Wallfahrt nicht stattgefunden: im Jahre 1945, nach dem Ende des zweiten Weltkriegs aufgrund von Ausgangssperren. Im 18. Jahrhundert war Miesbach selbst ein bedeutender Wallfahrtsort, an den Pilger von weit her anreisten. An Stelle der heutigen Pfarrkirche am Stadtplatz hat eine Wallfahrtskirche gestanden. Die ist dem großen Brand von 1783 zum Opfer gefallen.
Die vielen Gasthöfe am Stadtplatz stammen teils noch aus dieser Zeit. Reste von Votivtafeln aus der ehemaligen Miesbacher Wallfahrtskirche befinden sich in der heutigen Pfarrkirche.