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Besondere Geschichten: Der Miesbacher Maibaum



Miesbach: Maibaum aufstellen am Marktplatz am 1. Mai

 

Alle Jahre wieder am ersten Mai wird eine alte bayerische Tradition lebendig: das Maibaumaufstellen.

 

Am Freitag, 1. Mai wird ein neuer Maibaum auf dem Miesbacher Marktplatz aufgestellt. Das Spektakel beginnt ab 10 Uhr.

 

Die Tradition des Maibaumaufstellens reicht ins 16. Jahrhundert zurück und wurde im 18. Jahrhundert zum Symbol eines neuen bayerischen Staatsbewusstseins. Der Maibaum sollte für den Zusammenhalt und auch Wohlstand eines Dorfes stehen. In ihm sollte er sichtbar ausgedrückt werden. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Maibaum zum festen Bestandteil bayerischer Städte und Gemeinden.

 

Der Miesbacher Maibaum, der am Marktplatz rund 30 Meter in die Höhe ragt, existiert in seiner jetzigen Form seit 1968.

 

In Miesbach gab es auch schon früher Maibäume, beispielsweise an der Trachtenhütte, die waren aber wesentlich kleiner, unauffälliger und nicht so reich verziert.

 

Der jetzige Maibaum bringt mit all seinem Schmuck und Zierrat um die 3.200 Kilogramm auf die Waage.

 

Rund 800 Kilogramm davon wiegen die so genannten Zunftzeichen, entworfen vom damaligen Bezirksheimatpfleger Paul Ernst Rattelmüller.

 

Es ist dies ein kostbarer Figurenschmuck, handgefertigt, der die Attribute der Miesbacher Stände aufzeigt, wie beispielsweise Drechsler, Lederer oder Säckler, Metzger, Schmiede oder Schlosser, Huterer (Hutmacher), Schneider und Schuster, Schreiner und Zimmerer, Maler und Maurer, Kaufleute, Lehrer und Beamte, dargestellt mit Amtsschimmel, Bergleute, Bauern, Bäcker und Brauer.

 

Möglichst gerade gewachsen soll der Maibaum sein, denn dies versinnbildlicht Kraft und Gesundheit. Geschält wird er, damit sich nicht Hexen und böse Geister in Gestalt von Käfern unter der Borke versteckt halten. Der Kranz an der Spitze versinnbildlicht das weibliche Element, das von dem männlichen Element, dem Stamm, durchdrungen wird.

 

Maximal fünf Jahre darf der glatte und gehäutete, weiß-blau gestrichene mächtige Maibaum, der allein durch Manneskraft in die Höhe gelupft wird, stehen. In diesen fünf Jahren muss er jedoch regelmäßig vonSpezialisten auf Sicherheit und Standfestigkeit überprüft werden.

 

Eine alte Tradition, für die Maibaumaufsteller zumeist der größte Spaß oder aber die größte Schmach, ist die des Maibaumaufstellens.

 

Die sieben goldenen Regeln für Maibaumdiebe – nach Paul Ernst Rattelmüller:

Nur heimlich und unentdeckt darf der Baum gestohlen werden - je raffinierter die List, umso besser.

 

Frevelhaft ist es, den Baum zu zersägen oder zu beschädigen.

 

Werden die Räuber innerhalb der Gemeindegrenze beim Abtransport überrascht, müssen sie ihre Beute (kampflos) zurückgeben.

 

Aufgestellte Bäume dürfen nicht mehr gestohlen werden.

 

Nur der Baum und nicht der Schmuck sind Diebesgut.

 

Nach Versöhnung und Auslösung ist wieder Friede.

 

Das Brauchtum des Maibaum-Stehlens soll so gehandhabt werden, dass Juristen unnötig sind.

 

 

Aufstellung des Miesbacher Maibaums am Marktplatz am Freitag, den 1. Mai.

 

Programm:

 

6 Uhr Mai-Anschießen mit Salutkanone durch die Gebirgsschützenkompanie Miesbach-Parsberg-Wies in der Frauenschulstraße, 9.30 Uhr Musikalischer Auftakt durch den Musikverein Miesbach, ab 10 Uhr Beginn der Maibaum-Aufstellung.Die Plattlergruppen des Trachtenvereines Miesbach tanzen den Baum und den Monat Mai ein. Bürgermeisterin Ingrid Pongratz und Trachtenvereinsvorstand Stefan Baumgartner kommentieren das Maibaum-Aufstellen und berichten über die Bräuche. 

Weiteres Maibaumaufstellen Wörsnmühl beim Gasthof Nägele,

am Freitag, 1. Mai ab 10 Uhr. Es spielt die Musikkapelle Niklasreuth

 

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