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Alte Höfe: Der Kloohof




Bayrischzell. Wer vom Bahnhof Geitau den Weg in Richtung Birkenstein entlangspaziert, der stößt auf ein Haus, das eher an eine Villa erinnert und auf eine Obstbaumallee, die auf einen idyllisch gelegenen Hof zuführt. Was diese Villa mit dem Hof und der wiederum mit dem Bruder der Kaiserin Elisabeth von Österreich, Karl Theodor in Bayern, zu tun haben, erfahren wir unter anderem von Georg Kloo junior.

 

Jungbauer Georg Kloo

Der 24-jährige Jungbauer schloss im Jahre 2005 mit einem Durchschnitt von 1,0 als Bester in Bayern seine landwirtschaftliche Meisterprüfung ab und erhielt den Dr. Hans Eisenmann Preis. Damit dürfte er die Tradition der Familie Kloo fortsetzen, die im 13. Jahrhundert erstmals direkt als Besitzer des Hofes erwähnt ist und erfolgreich Verbandsgeschichte in der Vorstandschaft des Zuchtverbandes mitschrieb.

 

Die Geschichte des Hofes

Der Hof selbst wurde urkundlich im Jahre 1078 erwähnt und gehört zur legendären ersten Besiedlung Bayrischzells durch die Gräfin Haziga von Scheyern bzw. des Klosters Scheyern, dessen Klosterbrüder sich später im wirtlicheren Fischbachau niederließen. Der Hof heißt eigentlich nach dem benachbarten Hügel Chittinreinishowa. Der Name stammt aus dem Keltischen. Im Jahre 1699 vernichtete ein Brand das Anwesen, es wurde allerdings danach wieder komplett aufgebaut: Noch heute stammen Mauern und Keller aus dieser Zeit ebenso wie der Gang im ersten Stock des Hauses. Untypisch ist seine Ausrichtung nach Süden. Außerdem ist er ein so genannter Haufenhof, eine aus dem Mittelalter stammende Bauform. Der Stall ist nicht an das Wohnhaus angebaut, sondern ein eigenständiges Gebäude.

 

Adelsprominenz am Kloohof

Im Jahre 1858 wurde das komplette Anwesen verkauft, da die Besitzerin nach Hausham Tiefenbach zog. Der damals 18-jährige Sohn kaufte im Jahre 1882 den Hof zurück. In der Zwischenzeit beherbergte er Adelsprominenz wie den Baron von Malsen oder Karl Theodor in Bayern. Darauf weisen die Landhausvilla in der Nähe des Hofes ebenso wie ein Grenzstein hin.

 

Der Hof heute

Heute leben auf dem Hof drei Generationen. Das Kerngeschäft ist der Milch- und Zuchtviehverkauf. 50 Rinder gehören zum Hof, pro Jahr gibt es ungefähr 30 Kalbungen. Die Milch wird an die staatliche Molkerei Weihenstephan geliefert. „Um die lange Tradition weiterzuführen, muss man in die Zukunft schauen, die Zeichen der Zeit erkennen. Einen Dornröschenschlaf kann sich keiner leisten“, erklärt Georg Kloo junior. Die Landwirtschaft sei die Wiege der Kultur, der Sprache, der Bräuche. Er sei stolz auf seinen Beruf. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei einem Abgeordneten versucht er wiederum die Weichen für die Zukunft der Landwirtschaft zu stellen.

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