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Zweitgrößter Kälbermarkt Europas
Miesbach
In Miesbach befindet sich der zweitgrößte Kälbermarkt Europas
„Nummer sechs, weiblich zur Mast, 84 Kilogramm, 150 zum Ersten, zum Zweiten …“
Jeden Donnerstag beginnt um 11 Uhr eine Versteigerung auf dem Miesbacher Kälbermarkt.
Versteigerer Florian Maier steht auf einem Podium, über ihm eine digitale Anzeige mit Nummern, Gewicht, Preisen. Ihm zu Füßen bewegen sich Kälber durch einen Laufgang und ihm gegenüber sitzen die bietenden Landwirte mit Nummern in der Hand und dem Versteigerungskatalog. Jeden Donnerstag werden von 11 bis 14 Uhr in der Oberlandhalle in Miesbach etwa 600 Kälber versteigert.
Im Jahr sind es 30 000 Kälber, allesamt oberbayerisches Fleckvieh mit den besten Masteigenschaften.
Damit ist der Kälbermarkt des „Zuchtverbandes für oberbayerisches Alpenfleckvieh Miesbach e.V.“ nach dem Allgäuer Kälbermarkt der zweitgrößte Europas.
Florian Maier, Landwirt aus Rottach-Egern und angestellt beim Zuchtverband Miesbach, versteigert seit 18 Jahren Kälber. Im Schnitt braucht er 13 Sekunden, um ein Kalb an den Landwirt oder die Landwirtin zu bringen. Er spricht so schnell, dass Nichteingeweihte eine Weile brauchen, ihn zu verstehen. Schnell reden, schnell denken und einen guten Überblick haben, das zeichnet einen Versteigerer aus, sagt er.
Die Kälber werden donnerstags ab 7.30 Uhr von Landwirten aus dem Raum Rosenheim, Miesbach, Bad Tölz und dem Kreis München gebracht.
Landwirt Gottfried Priller vom Auerberg in der Nähe von Miesbach bringt an diesem Morgen ein Kalb. Die Gesundheitspapiere werden geprüft, die Kälber erhalten eine Nummer. Gewogen werden sie nach der Versteigerung. 70 bis 80 Prozent der Mastkälber gehen in Mastbetriebe nach Niedersachen, Nordrhein-Westfalen oder Niederbayern. Priller erhofft sich einen guten Preis. Den Preis bestimmt bei den männlichen und weiblichen Zuchtkälbern unter anderem der genetische Wert. Dahinter verbirgt sich unter anderem eine gute Muttermilchleistung.
180 bis 600 Euro kann für ein Zuchtkalb erzielt werden. Prillers Kalb, wie das der meisten Landwirte, ist ein Mastkalb. Die männlichen Kälber zur Mast machen den größten Versteigerungsanteil aus. Etwa 500 Stück kommen zur Versteigerung. Der Anteil der weiblichen Kälber zur Mast liegt deutlich niedriger. „Das liegt daran, dass viele Landwirte Milchkuhbetriebe haben und die weiblichen Kälber selbst behalten“, erklärt Franz Steindlmüller, Landwirt und wie Maier angestellt beim Zuchtverband sowie einer der Versteigerer.
Nach der Versteigerung werden die Tiere sofort verladen und schnell in den neuen Stall transportiert. Die Kälber kommen aus sogenannten Laufställen – werden also nicht angebunden. Sie gehen auch wieder in solche, sagt Steindlmüller. Bei der Versteigerung laufen Sie frei und werden nicht am Strick geführt. Das ist Vorschrift. Selten passiere es, dass ein Tier nicht verkauft wird. „Wenn das geschieht, dann wird der Besitzer angerufen“, sagt Steindlmüller.
Der Zuchtverband für oberbayerisches Fleckvieh Miesbach e.V. ist einer der ältesten in Bayern und gilt als die Wiege des oberbayerischen Fleckviehs.
Im Jahre 1837 begaben sich Max Obermaier und Johann Fischbacher aus Gmund mit einem Gäuwagerl auf den Weg in das 500 Kilometer entfernte Simmental im Berner Oberland. Sie brachten von dort das Simmentaler Vieh nach Miesbach. Die Zucht des weltbekannten oberbayerischen Fleckviehs begann.
Weitere Infos www.zuchtverband-miesbach.com |
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