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Alte Höfe: Der Jodlhof



Fischbachau: Der Jodlhof am Fuße des Hagnberg im Leitzachtal gehört aufgrund seiner außergewöhnlichen Lüftlmalereien zu den schönsten Bauernhöfen in Oberbayern.

 

Urkundlich erwähnt wurde er erstmals im Jahre 1250. Seit dieser Zeit befindet er sich in Familienbesitz.

 

Der Name des denkmalgeschützten Anwesens, in dem Brigitta und Stefan Regauer auch heute noch Landwirtschaft betreiben, scheint keine Fragen offen zu lassen. Schnell dürfte klar sein: Die Bezeichnung Jodlhof muss etwas mit Jodeln zu tun haben. Weit gefehlt. Der Name „Jodl“ ist keltischen Ursprungs, kommt von „Jol“ und heißt Stier. Der „Jodl“ ist der Stierhalter. In der Tat seien auf dem Jodlhof Stiere gezogen worden, erklärt Brigitte Regauer.

 

Die außergewöhnlich schönen Fresken an den Fassaden des Hofes stammen aus der Hand des bekannten Barockmalers Jakob Behamb aus Glonn und entstanden um 1786. Sie erzählen Geschichten davon, wie die einstigen Hausherren die damaligen politischen Geschehnisse interpretierten.

 

So befinden sich an der Südfassade des Hofes vor allem Bauernheilige, wie die heilige Notburga mit Sichel, der heilige Isidor mit der Gabel, auf der Frontseite Kirchenheilige, wie Christopherus mit Jesuskind, Johannes der Täufer mit Lamm und auf der Schattenseite im Westen sieht man Figuren, die das politische Geschehen zur damaligen Zeit dominierten, wie der König von Brabant und der türkische Kaiser. In Auftrag gegeben hat sie der einstige Hofherr Johann Hagnberger. „Er wollte mit den Motiven eine Botschaft nach außen tragen und wehrte sich auf seine Weise gegen die Säkularisation“, erklärt Brigitte Regauer dazu.

 

Ebenfalls deutliche Signale sollten wohl mit der Darstellung der bayerischen Löwen, die mit Rechen und Sense dargestellt sind, gesetzt werden. „Ihr seid zwar die Könige, aber wir, die Bauern, sind die Herren im Lande - so dürfte er das wohl gemeint haben“, mutmaßt Regauer.

 

Vor  knapp 70 Jahren entdeckten die Hausherren bei der Renovierung der Innenräume unter den gekalkten Wänden weitere Fresken, die mit den österreichischen Erbfolgekriegen in Zusammenhang stehen dürften. Einige Fresken, die auf nassen Putz aufs Mauerwerk gemalt werden, sind noch nie restauriert worden. Die Farben überdauerten aufgrund der Technik Jahrhunderte.            

 

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