Investitionen ins Sudelfeld - Interview

Bayrischzell: In das Skigebiet Sudelfeld wird kräftig investiert
Egid Stadler, Sprecher der Alpen Plus Partner, und Harald Gmeiner, Tourismusmanager, über die Zukunft des Wintersports in Bayrischzell
Laut einer Studie aus dem Jahre 2005 ist es trotz Klimawandels sinnvoll, in neue Liftanlagen im Skigebiet Sudelfeld zu investieren. Wann wird damit begonnen und mit welchen Liften?
Egid Stadler Es sollen langfristig alle Schlepplifte durch Sessellifte ersetzt werden. Sinnvoll ist es, zunächst mit dem Waldkopflift zu beginnen. Anstelle des alten Schleppliftes soll ein kuppelbarer Sechser-Sessellift gebaut werden. Realistisch ist ein Betrieb ab der Wintersaison 2009/2010.
Harald Gmeiner Ein solcher Neubau bringt Veränderungen mit sich. Die Zentralkasse wird weiter weg von der Liftanlage platziert und ein Gastronomiekomplex wird eingeplant werden müssen. Der Waldkopflift soll der Hauptzugang zum Skigebiet werden.
E.S. Aus unserer Statistik geht hervor, dass er jetzt bereits schon Haupteinstieg ist.
Und der Schwebelift, der vom Ort die Skifahrer ins Skigebiet transportiert?
E.S. Die Parkplatzkapazität nicht ausreichend und der Zugang zu steil, deshalb kann unter anderem dort kein neuer Lift gebaut werden. Es muss eine neue Trasse im Bereich des Tannerfeldes geschaffen werden. Allerdings haben wir das aufgrund der zu erwartenden langjährigen Genehmigungsverfahren und offener Finanzierungsfragen hinten angestellt. Wir werden stattdessen den Bustransfer zum Waldkopf ausbauen. Jede halbe Stunde sollen dann Busse von Bayrischzell zum Sudelfeld fahren.
H. G. Aus touristischer Sicht würde eine Gondelbahn, die direkt vom Ort zum Sudelfeld führt, Bayrischzell enorm aufwerten.
Wie schneesicher ist das Sudelfeld?
E.S. Wenn wir den Waldkopflift ausbauen, dann sollten zeitgleich weitere Beschneiungsanlagen entstehen, um den Sudelfeldkopf zu beschneien. Sie müssen aus einem Speichersee gespeist werden. Geplant ist eine flächendeckende Beschneiung. Aus der Studie geht hervor, dass wir trotz relativ niedriger Lage aufgrund der Ausrichtung nach Norden, des geringen Baumbestandes und der Almwiesen, auf denen bereits bei einer Schneehöhe ab 20 Zentimeter Ski gefahren werden kann, auch in Zukunft als schneesicher gelten.
Auch am Tannerfeld gibt es Neuerungen.
H. G. Die Seillifte werden durch ein 170 Meter langes Förderband ersetzt. So ein langes Band gibt es im gesamten Alpengebiet nicht. Es ist sicherer und es können mehr Skifahrer befördert werden.
Schneesicherheit im Langlaufzentrum – werden die Loipen beschneit?
H. G. Ja, die zwei Kilometer Loipe in der Melkstattrunde gleich neben dem Tannerfeld ist beschneit. Wir können außerdem auf ein Schneedepot zurückgreifen.
Es ist geplant den Europacup der Snowboarder aufs Sudelfeld zu holen.
E. S. Ja, erstmals findet am 27. Januar eine Testveranstaltung statt. Die gesamt Snowboard-Weltelite wird anwesend sein. Ein Snowboard-Weltcup-Rennen wird am Sudelfeld ausgetragen; das einzige, das in Deutschland stattfindet. Anlass, in diese Richtung zu gehen, ist die olympische Silbermedaillengewinnerin Amelie Kober aus Fischbachau. Wir versuchen offizieller Snowboardstützpunkt vom DSV zu werden. Am Sudelfeld trainieren bereits viele Skiclubs.