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Metzger mit Leib und Seele



Miesbach:

 

Metzger mit Leib und Seele

Hans Holnburger hat schon 2 000 Auszeichnungen für seine Waren bekommen

 

75 Jahre ist er alt, der Holnburger Hans. 75 Jahre, die ihm keiner ansieht.

Federnd und beschwingt ist sein Gang, strahlend und schalkhaft sein Blick. Ein Mann in den besten Jahren. Bodenständiger Metzgermeister und erfolgreicher Geschäftsmann. Einer, der schnelle Autos liebt, weil er selbst Tempo im Blut hat.

 

Quasi aus dem Nichts hat er aus einer kleinen ererbten Metzgerei mit drei Mitarbeitern ein erfolgreiches mittelständisches Unternehmen mit mehr als 140 Beschäftigten geschaffen. Mit vier Verkaufslokalen, eigenem Produktionsbetrieb und eigenem Fuhrpark.

 

An seiner Seite stets seine Frau Kathi. Auch die Nachfolge ist geregelt. Bereits seit 20 Jahren unterstützt ihn Sohn Toni bei seinen täglichen Geschäften.

 

Im Januar hat er „in Anerkennung seiner außerordentlichen Verdienste um Wirtschaft, Sport und Gemeinschaft in Miesbach“ die erste Miesbacher Bürgermedaille verliehen bekommen. Eigentlich könnte er sich bequem zur Ruhe setzen und sein Lebenswerk betrachten.

 

Doch: „So lange ich kann, bleibe ich in meinem Laden. Mein Geschäft ist mein Leben“, sagt er, lehnt sich zurück und fängt an aus dem Nähkästchen zu plaudern.

 

Kein Beleg, keine Rechnung, die nicht über seinen Schreibtisch geht. Per Handy sei er allzeit erreichbar. Von seinen Mitarbeitern, die ihm zum Teil schon seit Jahrzehnten die Treue halten. Von seinen Lieferanten, mit denen ihn ebenfalls eine jahrelange partnerschaftliche Zusammenarbeit verbindet. Von seinen Kunden, die er schon an so manchen Wochenenden persönlich beliefert hat.

 

Qualität, Zuverlässigkeit und harte Arbeit gepaart mit solider handwerklicher Fertigkeit, dazu ein Schuss Risikobereitschaft und ein Quäntchen Glück. So einfach geht es, schenkt man dem umtriebigen Metzgermeister Glauben.

 

Ganz so glatt ging es dann doch nicht immer. Die BSE-Krise in den 1990ern hat ihn zurückgeworfen. Der Absatz ging rapide zurück, Rindfleisch war plötzlich verpönt, die Produktionsräume fast leer. Holnburger bekam es mit der Angst. Doch letztlich siegte sein Durchhaltevermögen, sein Biss. Getreu seinem Lebensmotto: „Wir schaffen das!“.

 

Heute werden in seinem Betrieb wöchentlich 1500 Schweinehälften und 40 Bullen verarbeitet, alles bayerisches Vieh. „Wir leben ja im Erzeugergebiet. Und kaufen klassifiziert ein. In München, Landshut und Traunstein.“ Die Verarbeitung erfolgt dann nach traditionellen Rezepturen direkt im Produktionsbetrieb in Miesbach.

 

Die letzten drei Jahrzehnte hagelt es förmlich Medaillen für den Metzgereibetrieb. Vom Meister in sein holzgetäfeltes Büro geführt, glitzern und funkeln sie dort, liebevoll aufgereiht, in Reih und Glied. Mehr als 2 000 sollen es sein, silbern und golden, erhalten nach einer strengen Prüfung durch die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG).

 

„Das ist der Beweis dafür, dass unsere Produkte über einen langen Zeitraum hinweg höchsten Ansprüchen gerecht werden“. Das macht ihn stolz. Er weiß aber auch: „Der kritischste Prüfer ist der Kunde. Was hilft die schönste Medaille, wenn die Wurst nicht schmeckt…“. Und dass die schmeckt, beweist ihm eine große Anzahl Stammkunden.

 

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