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Altes Handwerk: Filzen



Die Schaferlalm in Schliersee

 

Eine kleine Herde Schafe weidet und blökt auf einer Wiese auf einem Hügel oberhalb von Schliersee. Über den Schafen weißblauer Himmel und Sonnenschein.

 

Neben der Weide befindet sich eine Alm, die Schaferlalm.

 

Die ist bis unters Dach angefüllt mit Filzwaren, wie Taschen, Wärmflaschenhüllen, Sitzkissen, Handyhüllen, Filzpantoffeln und originellen Dekoartikeln. Sie sind allesamt aus der Wolle der Schafe gefertigt, die um die Alm weiden.

 

Vor etwa zehn Jahren entdeckte Silvia Sindlhauser, die sich bis dato mit verschiedenen Handwerken wie Stricken, der Glas- und Brandmalerei, dem Schnitzen und vieles mehr verschrieben hatte, ihre Leidenschaft fürs Filzen.

 

Die Schafe gab es schon damals, die gute Wolle demzufolge auch, nur wurde jede Schur weggeworfen. Viel zu schade befand Silvia Sindlhauser und begann mit dem Filzen nach Art, wie es von alters her Brauch ist.

 

Wenn die Schafe geschert werden, entsteht Rohwolle, die muss zunächst gewaschen werden. Das klingt einfach, ist es aber nicht, denn bereits hier kann man viel falsch machen, sagt Silvia Sindlhauser. So sei es wichtig, dass zuerst das Wasser in den Trog kommt und dann die Wolle. Regenwasser sollte man nehmen, dann wird die Wolle schön weich. Die Wolle wird gekämmt, das heißt durch eine Maschine immer in eine Richtung gezogen, damit Samenkerne und Kletten herausfallen. Getrocknet wird die gewaschene Wolle nicht in der Sonne, sondern im Schatten, damit sie weich bleibt. Die gewaschene Wolle ist etwa 40 Prozent leichter als die Rohwolle.

 

Die entstandenen Wollfilzbahnen, die wie Wattebahnen sind, legt die Filzerin über Kreuz. Drei bis vier Bahnen übereinander. Die Bahnen werden mit heißem Wasser und Olivenölseife einbalsamiert und mit den Händen im Wasser vorsichtig zusammengerieben. Ausdauer ist gefragt, denn dieser Vorgang dauert etwa eine halbe Stunde. Die Fasern verbinden sich. Das ist der eigentliche Filzvorgang. Jetzt darf man auch kräftiger reiben. Der Filz wird in einem Handtuch gewalkt und wird so immer fester und auch kleiner. Wie am Schaf, hat die Wolle zu Filz verarbeitet, hervorragende Eigenschaften:

 

Der Filz hält im Sommer kühl, im Winter warm und ist wasserabweisend, weil die Wolle Lanolin, also Wollfett, enthält.

 

Der Filz ist fertig hergestellt, aber für Silvia Sindlhauser geht es weiter:

 

Aus den Filzen entstehen Produkte, hilfreich für den Alltag, schön anzusehen als Deko und originell als Geschenk.

 

Während Silvia Sindlhauser traditionell filzt, hat sich Diane Stöger aufs Strick-filzen spezialisiert. Sie strickt zunächst eine Tasche aus Wolle. Diese wird doppelt so groß wie die fertige Filztasche.  Das Strickstück wird auf 40 Grad gewaschen. Damit schrumpft die Wolle bis zu 50 Prozent und verdichtet sich zu einem festen Filz. Das Ergebnis sind originelle Taschenkollektionen.

 

Schaferalm, Kainsberg 3, 83727 Schliersee, geöffnet ab 14 Uhr, Telefon 08026/2931. Weg zur Schaferalm: Von Hausham kommend, kurz nach dem Ortseingang Schliersee rechts abbiegen über den Bahnübergang fahren in Richtung Hennerer. Am kleinen Weiher vorbei und nach der Kurve

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