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Barrierefreier Tourismus

Ein Gespräch mit Anton Grafwallner, Behindertenbeauftragter für den Landkreis

 

Region. Anton Grafwallner ist Behindertenbeauftragter für den Landkreis Miesbach. Seine Aufgabe ist es, die Infrastruktur für Menschen mit Behinderung zu verbessern. Im letzten Jahr hat er sich gemeinsam mit dem Tourismusverband Bayerisches Oberland (TBO) für barrierefreie Tourimusangebote stark gemacht.

 

„Barrierefreie“ Tourismusangebote – was steckt dahinter?

Das ist nicht einfach zu beantworten. Zunächst einmal kommen wir mit Anbietern ins Gespräch, schaffen neue Angebote und weisen auf bestehende hin. Eigens dafür gibt es den Behindertenkompass für Feriengäste, Tagesausflüger und Einheimische. Unter www.behindertenkompass.de tragen die einzelnen Gemeinde Ausflugsziele für Rollstuhlfahrer, Einrichtungen mit Behindertentoilette und vieles mehr ein. So können Menschen mit Behinderung vorab ihren Ausflug planen.

 

Worauf können Menschen mit Behinderung zählen, wenn sie unsere Region besuchen?

Das ist vielfältig. Das Kulturzentrum Waitzinger Keller in Miesbach ist zum Beispiel ein barrierefreier „Kulturtempel“ mit einem hochkarätigen Programm. Einfach einmalig. Die Bahnhöfe der Bayrischen Oberland (BOB) sind alle barrierefrei und der RVO hat mittlerweile 16 barrierefreie Busse im Einsatz. Allerdings muss man aufpassen, ob diese Busse in der jeweiligen Linie auch fahren. Bestens ausgerüstet ist die Seilbahn am Wendelstein. Am Gipfel gibt es barrierefreie Toiletten. Ich bin selbst Rollstuhlfahrer und muss wenigstens einmal im Jahr dort hoch. Großartig ist auch die Adlerwanderung der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee in Geitau (Bayrischzell), die eigens für Rollstuhlfahrer konzipiert ist.

 

Wie sieht das bei Gaststätten und Beherbergungsbetrieben aus?

Die Klassifizierungskriterien sind sehr streng. Wenn man die erfüllen will, wird es unerschwinglich. Ein erster Zwischenschritt besteht darin, genaue Angaben zur Größe von Badezimmern, Türen und Betten zu vermerken. Dann können die Gäste selbst einschätzen, ob sie im Haus mit ihrem Rollstuhl zurechtkommen. Manche brauchen auch kein barrierefreies Bad, weil sie auf kurzer Distanz sich auch ohne Rollstuhl bewegen können. Begriffe wie rollstuhlfreundlich oder behindertengerecht sind hingegen irreführend, weil zu ungenau.

 

Haben die Touristiker nun eine neue Zielgruppe entdeckt?

Ja. Menschen mit Behinderungen reisen in der Nebensaison. Sie machen laut Untersuchungen des Bundesministeriums für Wirtschaft einen halben Tag länger Urlaub, geben etwas mehr Geld aus und haben die gleichen Bedürfnisse wie andere Touristen: Sie wollen an erster Stelle Gesundheitsangebote, Kultur und gutes Essen. Deshalb sind barrierefreie Gaststätten, wie die Sportalm in Bayrischzell, wichtig.

 

 

Tipps für Menschen mit Behinderung

 

Mit unseren Tipps, die eine kleine Auswahl darstellen, beginnen wir eine Serie. Künftig finden Sie in jeder Ausgabe Freizeittipps für Menschen mit Behinderung. Auch Anbieter können gern Informationen unter redaktion@schoene-zeiten.de an uns senden.

 

Zu den Tipps...

 

Einen ausführlichen Überblick finden Sie unter www.behindertenkompass.de

 

 

 

 

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