Natur im Hochgebirge: Der Schutzwald am Spitzing wird aufgeforstet

Schliersee:
Natur im Hochgebirge: Der Schutzwald am Spitzing wird aufgeforstet
- entlang der Stümpflingbahn entsteht ein Mischwald
Wer mit der Stümpflingbahn am Spitzing zum Gipfel des Stümpfling fährt, der kann entlang der Bahntrasse die Sturmschäden einer Abfolge von namhaften Stürmen besichtigen.
Uschi, Lothar und zuletzt Emma haben hier ihr Unwesen getrieben und die Fichten entwurzelt oder abgeknickt wie dünne Streichhölzer.
Allerdings sind die Jahre gezählt, an denen Stürme im Hochgebirge ganze Wälder fällen können. Denn bereits im Frühjahr und im Herbst dieses Jahres wird neu angepflanzt, sagt Stefan Pratsch, Betriebsleiter des Forstbetriebs Schliersee.
Der neue Wald wird ein Mischwald, bestehend aus Buche, Bergahorn und Tannen. Im Gebirge habe der Wald vor allem Schutzfunktion, erklärt Stefan Pratsch.
„Ein Mischwald ist stabiler gegenüber Sturm, weniger anfällig für Schädlingsbefall und nimmt das Wasser besser auf.“ Insofern diene er bei Starkregen als Hochwasserschutz fürs Tal.
35 Jahre dauere es bis der Jungwald aus allen Gefahren, wie Wildverbiss oder rutschenden Schnee, heraus gewachsen sei. Dann ist er in etwa mannshoch.
Um ihn besser zu schützen, pflanze man am Berg den jungen Wald nicht einfach auf eine freie Fläche, sondern in alte Bestände hinein. „Es ist eine hohe Kunst den Lichteinfall, der durch alte Bäume minimiert wird, so zu steuern, dass beispielsweise die Jungtannen gut wachsen können“, sagt Pratsch.
Derzeit beläuft sich der Fichtenbestand auf dem Spitzing noch zwischen 70 und 80 Prozent. Die Fichte ist unter anderem aufgrund ihrer flachen Wurzeln sehr anfällig gegenüber Umwelteinflüssen.
Allerdings ist der umfangreiche Fichtenbestand am Spitzing keine Umweltsünde unserer Generation. Vor mehr als 100 Jahren habe man nach großen Schadensereignissen in der Not Fichten gepflanzt, da diese schnell wuchsen.
Damals sei der Bedarf am Rohstoff Holz sehr hoch gewesen. Es wurde als Brennstoff gebraucht und für den Bau der Salinen. „An die ökologische Seite hat damals noch keiner gedacht“, merkt Stefan Pratsch an.