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Zu Gast bei Prominenten: Amelie Kober



Quelle: Bayer MaterialScience/Makrolon®


Interview mit Snowboarderin Amelie Kober

 Interview/Ausgabe Nr. 9 August bis November 2007

 

Als die Fischbachauerin Amelie Kober, Jahrgang 1987, im Jahre 2006 olympisches Silber im Parallel-Riesenslalom in Turin gewann, sprachen die Medien von der „fabelhaften Welt der Amelie“. Der Vergleich verwundert, wenn man die etwas weltfremd wirkende Amélie aus dem gleichnamigen Film von Jean-Pierre Jeunet kennt. Allerdings fabelhaft war in der Tat der überraschende Welterfolg der damals gerade mal 18-jährigen Snowboarderin. Die Dramaturgie des Rennens, in der Amelie Kober trotz Patzer absolut selbstsicher souverän den zweiten Platz holte, zeigte, welche Potenziale in ihr stecken. Seitdem gewann Amelie Kober zu Beginn der vergangenen Saison ihr erstes Weltcuprennen, belegte weitere Spitzenplätze im Weltcup und einen zweiten Platz bei der Weltmeisterschaft in diesem Jahr, ebenfalls im Parallel-Riesenslalom in Arosa. Weltweit unterwegs, ist es ein Glücksfall, sie persönlich zu erreichen. Wir sprachen mit Amelie Kober, während sie sich gerade an ihrem Ausbildungsort, der Polizeischule in Bad Feilnbach aufhielt.

 

Von Fischbachau aus haben Sie die Welt erobert – wie fühlt sich das an?

Sehr gut. Allerdings sind meine Eltern schon früher mit uns viel gereist. Es ist einerseits schön, wenn man einen Heimatort hat und dorthin nach Hause kommen kann. Anderseits finde ich es auch spannend, in die Welt zu ziehen.

 

Auf Ihrer Website ist zu lesen, dass Sie alles lieben, was gefährlich ist, wie Radl-, Ski- und Motorradfahren. Woher stammt diese Neigung?

Das ist schwer zu sagen. Entweder man hat sie oder man hat sie nicht.

 

Sie haben vermutlich erst Skifahren gelernt ...

Ja. Mit drei Jahren. Meine Eltern haben mir das beigebracht. Wenn man in den Bergen lebt, muss man einfach Skifahren lernen. Es wird wohl kein Kind geben, das im Leitzachtal aufwächst und nicht Skifahren lernt.

 

... und sind dann auf das Snowboard umgestiegen, warum?

Das hat einfach mehr Spaß gemacht.

 

Als Snowboarderin war es sicher schwierig, einen geeigneten Skiclub zu finden. Schließlich mussten dort die Grundlagen für die späteren Erfolge geschaffen werden.

Ja. Wir haben lange gesucht und der Skiclub Miesbach war der einzige, der die Grundlagen für meine Sportlaufbahn schaffen konnte.

 

Was sind Ihre nächsten Ziele?

Darüber denke ich nicht so viel nach. In der nächsten Saison gibt es kein Großereignis. Die nächste Weltmeisterschaft findet im Jahr 2009 statt und dann natürlich die olympischen Spiele 2010 in Vancouver in Kanada.

 

Wie schnell sind Sie eigentlich auf dem Snowboard unterwegs?

Das weiß ich gar nicht so genau.

 

Wie oft trainieren Sie?

Jeden Tag. Im Sommer vor allem Konditionstraining. Am Wochenende trainiere ich auf Gletschern in Österreich und im Sommer in Chile.

 

Und Ihre Ausbildung?

Die dauert noch zwei Jahre. Dann bin ich Polizeimeisterin.

 

Werden Sie diesen Beruf ausüben?

Solange ich Leistungssport betreibe, fehlt dazu natürlich die Zeit. Was nach meiner aktiven Sportkarriere kommt, darüber mache ich mir derzeit noch keine Gedanken.

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